Kommunikationswissenschaftlerin Leiterin der St. Leonhards Akademie Gesundheits-, Umwelt-Journalistin Expertin für Berufungsberatung

Was wir tun können, um uns in der kalten Jahreszeit von innen heraus zu wärmen und zu stärken

Anstatt sich in der warmen Wohnung zurück zu ziehen, gibt es für die kalte Jahreszeit wertvolle Tipps, welche von innen heraus wärmen und gleichzeitig zur Immunstärkung beitragen. Denn in Herbst und Winter muss unsere körpereigene Abwehr einiges leisten. Dabei sollten wir sie bestmöglich unterstützen. Die wichtigsten Säulen sind gesund essen und trinken sowie viel bewegen an der frischen Luft im Ausgleich mit Schlaf und Entspannung.

Immunstärkung und Ernährung
Ganz vorne bei der Stärkung unseres Abwehrsystems steht die richtige Ernährung. Wir brauchen besonders in der kalten Jahreszeit Lebensmittel mit vielen Vitaminen und Mineralstoffen, die unsere Zellen unbedingt für einen gesunden Stoffwechsel benötigen.

Und Gerichte, die uns von innen heraus wärmen. Denn die Wärme-Kälte-Regulation sollte der Körper möglichst selber schaffen, was bei dem ständigen Wechsel von warmen Heizungsräumen und feuchter Kälte draußen eine entsprechend Leistung darstellt. Immunstärkende und wärmende Lebensmittel tragen zum Funktionieren unseres inneren Regulationssystems wie auch Immunsystems bei.

Eine wertvolle Ernährungssäule sind jetzt die Wintergemüse. Unsere Großmütter wussten es noch: im Winter gab es oft Grünkohl. Denn grüne Blattgemüse enthalten viel Chlorophyll sowie wertvolle Vitaminen und können in vielen Variationen zubereitet werden. In dieser Jahreszeit gibt es sogar noch etliche Wildkräuter, natürliches Superfood, wie Brennnessel und Löwenzahn, die man – abseits vom Wegesrand gepflückt – frisch in den Speiseplan einbauen kann. Vor allem die bitteren Wildkräuter haben eine stärkende Wirkung auf unsere Verdauung und damit auf unser Immunsystem. Brokkoli und Paprika z.B. sind wahre Vitamin-C-Bomben, die leicht gedünstet, um die wertvollen Inhaltsstoffe nicht zu zerstören und mit wärmenden Gewürzen zubereitet, eine stärkende und gleichzeitig wärmende Nahrung sind.

Scharf essen mit wärmenden, scharfen Gewürze wie Ingwer, Zimt, Chilli und Kurkuma sowie Knoblauch  Meerrettich fördert besonders unseren inneren Wärmehaushalt und stärkt unser Immunsystem. Auch in der Küche der Heiligen Hildegard von Bingen wurde den Gewürzen eine besondere Rolle in der gesundheitsfördernden Ernährung zugesprochen, dazu zählen z.B. frischer Thymian, Oregano oder Petersilie. Die moderne Medizin bestätigt die positive Wirkung der Kräuter und Gewürze und der darin enthaltenen ätherischen Öle auf unser Immunsystem.

Besonders wertvoll zu dessen Stärkung sind auch enzymhaltige Lebensmittel, welche die Darmflora ankurbeln, wie z.B. natürlich vergorenes Sauerkraut – am besten aus dem Bioladen – das Immun-Food überhaupt. Denn 80% unseres Immunsystems befinden sich in unserem Darm und die Hauptrolle bei der Immunabwehr spielt eine gesunde Darmflora. Deswegen sollte man generell, aber besonders in der kalten Jahreszeit, möglichst zuckerhaltige Lebensmittel, Weißmehl, Wurstwaren, Fertiggerichte, viel Kaffee und Alkohol reduzieren oder gar weglassen, da diese Nahrung unsere Darmflora schädigt und unser Immunsystem schwächt.

Trinken stärkt das Immunsystem
Stattdessen kann man sich auch Powerdrinks aus vitaminhaltigen Zutaten machen. Denn ausreichend viel trinken und Flüssigkeitsaufnahme gehört zur Immunstärkung unbedingt dazu – und das auch in Herbst und Winter.

Möhren, ein klassisches Wintergemüse, enthalten z.B. viel Beta-Carotin, die Vorstufe des jetzt wichtigen Vitamin A und als Frischsaft gepresst mit einem Apfel, etwas Leinöl und geriebenem Ingwer z.B., sind sie ein wahrer Immundrink. Trinken spielt auch in der kalten Jahreszeit, wenn das Durstgefühl oft geringer ist als im heißen Sommer, eine entscheidende Bedeutung für unseren gesunden Stoffwechsel. Dazu zählt in erster Linie die ausreichende Aufnahme reinen Wassers. 
Heilpraktikerin Elke Maria Freier forscht seit Jahren über die gesundheitliche Bedeutung des Wassertrinkens und dokumentiert die medizinischen Erkenntnisse dazu. „Wasser entlastet unsere Zellen, Entgiftungs- und Ausscheidungsorgane, bringt gesundheitliche Ordnung in den Körper und stärkt unsere Selbstheilungskräfte.“  Da all unsere Zellen für einen gesunden Stoffwechsel essentiell Wasser brauchen und der Körper Wasser nicht selber herstellen kann, müssen wir regelmäßig genügend Wasser zu uns nehmen. Und zwar reines Wasser und nicht nur Tee oder andere Getränke. Diese können in der kalten Jahreszeit aber wunderbar ergänzend getrunken werden, um den Körper von innen zu wärmen und sogar zu entgiften. Ungesüßte Gewürztees, mit Chilli oder Ingwer und Kräutertees mit Echinacea oder Salbei stärken unser Immunsystem ebenfalls.

Wasser von außen trainiert unser Immunsystem auch
Ein altes Hausmittel, um unser Abwehrsystem zu trainieren, sind die Wassergüsse bzw. das Wechselduschen nach Sebastian Kneipp. Der Herbst ist ein guter Zeitpunkt damit zu beginnen, wenn man es nicht eh schon macht. Noch sind die Temperaturen mild und der Körper kann Sonne tanken und innere Wärme speichern. Je kälter die Außentemperaturen werden, umso wichtiger ist es, dass der Körper selber die sog. Wärmeregulation – also den Temperaturausgleich schafft. Wie das mit äußerlichen Wasseranwendungen nach Kneipp funktioniert, erklärt der Heilpraktiker und Kneipp- Bademeister Andreas Eggensberger aus dem Sanatorium in Hopfen am See: Morgendliches Wechselduschen mit kaltem und warmen Wasser verursacht Wärme- und Kälte-Reize und bewirkt damit u.a. die Verbesserung der Durchblutung und die Anregung der Immunabwehr. Man solle langsam anfangen, z.B. erst mit Armgüssen, dann Beingüssen und dann erst dem Ganzkörperguss. Bei Vorerkrankungen solle man aber vorsichtshalber den Arzt befragen.

Bewegung mobilisiert die Abwehrkräfte
Wichtig für´s Trainieren des Immunsystems ist das Ankurbeln unseres Stoffwechsels, und hier steht an erster Stelle die Bewegung. Und damit sich unser Körper an die sinkenden Temperaturen gewöhnen, sollten wir uns gerade jetzt im Herbst bei jedem Wetter regelmäßig an der frischen Luft bewegen. Der Fitness-Experte Michi Steinkohl empfiehlt mehrmals wöchentlich Sport zu treiben – und zwar möglichst unterschiedliche Bewegungsarten. Wie kaum etwas anderes, kurbelt Bewegung unser Immunsystem an: Ausdauersportarten wie Walken und moderates Joggen, Bergwandern und Fahrradfahren sind gerade in dieser Jahreszeit ganz wichtig, da die Heizungsluft unsere Atemwege strapaziert und draußen die hohe Luftfeuchtigkeit statdessen unsere Lungen gut befeuchtet. Bewegung stärkt unser Herz, unsere Durchblutung und alle Organe, damit wir mit etwaigen Keimen besser klar kommen. Ergänzend dazu kann man gerade in dieser Jahreszeit auch Saunagänge ins Fitness-Programm einbauen, welches ähnlich wie das Wechselduschen unser Immunsystem in der Wärmeregulation trainiert und zudem durch das Schwitzen entgiftet und Krankheitskeimen an den Kragen geht. Bei Erkältungssymptomen sollte man allerdings keine Sauna machen und auch keine anstrengenden Sporteinheiten.

Gesund schlafen und Stress runterfahren
Und dennoch schenkt uns die dunkle Jahreszeit etwas ebenfalls sehr Wichtiges für unser Immunsystem: mehr Rückzug, Ruhe und Runterfahren. Anstatt am Abend noch viel zu unternehmen, wie an schönen Sommerabenden, zieht es uns oft auf die Couch und wir schalten einen Gang herunter. Und das dient unserem Immunsystem. Eines der größten Immunkiller ist Stress – und davon haben wir in unserer zivilisierten Welt reichlich. Daher können wir Herbst und Winter nutzen, um abends früher runter zu schalten und dadurch länger und besser zu schlafen. Ein gutes Buch, Musik und Abschalten, ein schöner Film anstatt Stress und Krimi führt zu gutem Schlaf, der zur „Top 5“ der Immunstärkung zählt. Denn im Schlaf steigt die Zahl unserer Abwehrzellen, die dafür sorgen, Bakterien und Viren zu bekämpfen – sozusagen die Immunabwehr im Schlaf. Komplementärmedizinerin Nadine Graml erklärt die Zusammenhänge von Schlaf und Gesundheit: „Im Schlaf regenerieren all unsere Zellen – der Körper macht jede Nacht ein lebenslanges Regenerations-Programm“. Das sollten wir im Herbst und Winter besonders nutzen, wie es uns die Natur vormacht. Wer in der Stadt wohnt kann seine Schlafqualität auch unterstützen durch Ohrenstöpsel und Schlafbrille gegen Lärm und Licht, denn auch im Herbst und Winter sollte man nachts frische Luft ins Schlafzimmer lassen, da Heizungsluft unsere Schleimhäute austrocknet, die auch Keime abfangen und zur Immunabwehr beitragen.

Zusammenfassend kann man der kalten und dunklen Jahreszeit also viel Gutes für seine Gesundheit abgewinnen und sie auf seine Weise nutzen, um ganzjährig ein starkes Immunsystem zu behalten.

Wie unser Immunsystem funktioniert und was es leisten muss:


IMMUNSYSTEM



Wassertrinken stärkt die Immunabwehr:


WASSER UND IMMUNABWEHR


Videos und Interviews von Fachexperten zu „Gesundheit mit Wasser“ findest Du hier:


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Ernährung zur Immunstärkung:


ERNÄHRUNG UND IMMUNSTÄRKUNG



Medizinischer Disclaimer:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung geeignet.
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