Heilpraktikerin und Meditationslehrerin

Plastikflaschen sind praktisch. Unzerbrechlich und leicht, ideal für unterwegs oder lange Urlaubsfahrten.  Leider enthalten sie aber einen Mix aus Chemikalien, hormonähnlichen Substanzen und Mikroplastik. Was genau alles enthalten ist, bleibt das Geheimnis der Industrie. Chemische Substanzen sammeln sich im Wasser und letztlich im menschlichen Körper an und interagieren bzw. potenzieren sich. Die Folgen sind noch zu wenig erforscht und für uns schwer abschätzbar. Ersatzstoffe stellen sich häufig als ebenfalls gesundheitsschädlich heraus.


Das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) sieht hier kein Problem für die Gesundheit. Grenzwerte würden eingehalten. Langzeitfolgen? Ansammeln von Chemikalien, Umweltgiften und Mikroplastik im Körper von Neugeborenen und Erwachsenen, in Tieren (Nahrungskette), im Wasser, der Luft, in allen Teilen der Erde bis ins arktische Eis? Nichts, worüber wir uns Sorgen machen müssen. Schließlich gibt es Grenzwerte.


Wenn die Bestandteile der Plastikflaschen ins enthaltene Wasser oder andere Flüssigkeiten übergehen, nennt man das „Auslaugen von Chemikalien“. Das kann einerseits passieren, je länger eine Flüssigkeit in der Flasche ist. Andere Aspekte sind die Temperatur und die Reaktionsfreudigkeit der Flüssigkeit. Je heißer die Umgebungstemperatur ist, desto mehr können sich Substanzen aus der Flasche lösen. Wer schon mal aus einer aufgewärmten Flasche getrunken hat, weiß, dass das Wasser anders schmeckt. Der süßliche Geschmack kommt von der Chemikalie Acetaldehyd, einem von der WHO als krebserregend klassifizierten Stoff. Wasser ist ein Lösungsmittel. Je hochwertiger es ist (hexagonal strukturiert, noch „lebendig“) desto reaktionsfreudiger ist es. Würde man ein solches Wasser in eine (Weich-)Plastikflasche füllen, gingen besonders viele unerwünschte Stoffe aus dem Plastik ins Wasser über. Bei Glasflaschen gibt es diese Effekte nicht.


Forscher der Universität Stockholm untersuchten 2022 Leitungswasser, das in neuen und gebrauchten  Plastik-Trinkflaschen 24 Stunden bei normaler Zimmertemperatur stand – und fanden Hunderte von Chemikalien im Wasser. Noch mehr potentiell schädliche Substanzen fanden die Wissenschaftler im Leitungswasser, das in vorher in der Spülmaschine gewaschenen Plastik-Trinkflaschen stand. 


Professor Gilbert Schönfelder, Toxikologe am Institut für Klinische Pharmakologie und Toxikologie der Charité Berlin, hält das Thema für sehr wichtig, da es langfristige Auswirkungen hat. Was passiert mit den nächsten Generationen?


Wie heißt es so schön? Eine Gefährdung kann nicht ausgeschlossen werden. Glas als Verpackungsmaterial ist „inert“. Das bedeutet, es gehen keine Substanzen in den Inhalt über. Eine Glasflasche mit Wasser im Auto ist also unbedenklich. Da gerade bei längeren Fahrten Flüssigkeitsmangel zu Konzentrationsmangel und Fahrfehlern führt, ist es wichtig, genug Wasser dabei zu haben – vor allem im Sommer.

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