Heilpraktikerin

Einführung


Seit dem Herbst gibt es Lebkuchen, Plätzchen und viele interessante Mischungen aus Fett und Zucker. Definitiv lecker! Weihnachten gibt es bei vielen traditionell Kartoffelsalat mit Würstchen und dann Gans, Knödel und Blaukraut. Auch jenseits davon machen sich die meisten die Mühe, Weihnachten für sich und ihre Lieben etwas Besonderes auf den Tisch zu stellen. Dazu vielleicht den einen oder anderen Schluck Alkohol und bitte den Nachtisch nicht vergessen.


Hinterher ist der Gang auf die Waage nicht immer gut für die Stimmung. Es gibt aber ein paar einfache Möglichkeiten, den Körper zu entlasten und zu „entgiften“. Es muss nicht gleich die große Diät sein.


Grundlagen


Die Leber ist unser wichtigstes Stoffwechselorgan und sie ist nach Weihnachten oft durch fettreiches Essen und größere Zuckermengen überlastet. Der Darm enthält viele Darmbakterien, die die Nahrung zerlegen und abbauen. Durch viel Zucker und ggf. auch vermehrten Alkoholgenuss verändert sich die Zusammensetzung der Darmbakterien und auch Darmpilze können sich vermehren. Für sie ist der Zucker wie Kindergeburtstag, das feiern sie. Sie wollen mehr davon und wir bekommen Hunger auf Süßes und Fettes.


Diesen Teufelskreis können wir durchbrechen. Wir können die Leber entlasten, damit sie ihre Aufgabe wieder vollständig erfüllen kann und wir können das Milieu in unserem Darm verändern, so dass die Darmbakterien wieder ins Gleichgewicht kommen. Der Körper reguliert sich dann wieder, die Fettzellen lassen Fett los und die Zellen entgiften.


Flüssigkeit


Fangen wir mit den Flüssigkeiten an. Es ist eine gute Idee, für einige Zeit Alkohol wegzulassen, damit die Leber regeneriert. Auch Softdrinks wie Cola finden ihren direkten Weg in die Fettzellen und sollten nur selten getrunken werden. Zucker in Tee oder Kaffee sollte reduziert werden, oder du ersetzt ihn durch alternative Süßungsmittel oder die Aminosäure Glycin, die ebenfalls süß schmeckt und u.a. für unser Bindegewebe und die Lebergesundheit wichtig ist.


Trinke viel Wasser, und da am besten lebendiges, strukturiertes Quellwasser. Das Wasser hilft deinem Körper dabei, den Ballast auszuschwemmen, die Nieren durchzuspülen und die Entgiftung anzukurbeln und zu unterstützen. Wenn du das richtige Wasser hast, schmeckt es dir und du trinkst die erforderliche Menge ganz mühelos. Jede Zelle braucht reines Wasser, um Nährstoffe aufzunehmen und die Abfallprodukte wieder abzutransportieren. Gerade wenn wir wieder ein paar Pfund abnehmen wollen, werden Schlackestoffe frei, die tunlichst aus dem Körper verschwinden sollten. Ein höherer Wasserkonsum reduziert auch Hungergefühl. Wir verwechseln Durst oft mit Hunger und essen eher, statt zu trinken.


Am besten trinkst du morgens auf nüchternen Magen schon ein großes Glas Wasser. Du kannst auch eine Zitrone auspressen und in das Wasser schütten. Damit wird der Stoffwechsel angeregt, die Zitrone wird basisch verstoffwechselt und die Entgiftung angekurbelt.


Frisch gepresste Gemüsesäfte oder Smoothies enthalten Vitamine und Antioxidantien und wenig Kalorien – falls du dir nicht die zuckerhaltigsten Obstsorten aussuchst. Säfte aus Karotte, Stangensellerie und einem Apfel, vielleicht noch mit einer Zitrone oder Limette, schmecken sehr lecker, entwässern und verbessern das Darmmilieu. Auch rote Beete, Knollensellerie und Kräuter, Ingwer, Spinat oder Grünkohl haben viele Nährstoffe und schmecken sehr erfrischend. Rezepte gibt es im Internet reichlich und ein bis zwei Tage Saft- oder Smoothiefasten entlasten.


Auch Suppentage sind eine leckere Methode, die Verdauung und die Waage zu entlasten. Gemüsesuppen sind basisch, sind schnell gemacht und sind auch für ein leichtes Abendessen eine gute Idee. Sie lassen sich gut in die Arbeit mitnehmen und dort aufwärmen.



Zucker, Salz und Wasserhaushalt


Zucker und Salz binden beide Wasser und sorgen so dafür, dass das Wasser dem Zellstoffwechsel nicht mehr vollständig zur Verfügung steht. Dafür lagert es sich im Körper ein. Wer kennt das noch: Nur ein Kilo mehr auf der Waage, aber der Körper quilt aus der Hose? Das können Wassereinlagen sein, die durch zu salz- oder zuckerhaltige Nahrung entstanden sind. Am einfachsten ist das Reduzieren oder Weglassen.


Die andere Möglichkeit ist der Ausgleich mit Kalium, was dafür sorgt, dass Flüssigkeit wieder ausgeschieden werden kann und die Nieren entlastet werden. Beispielsweise Selleriesaft ist sehr kaliumreich. Wer den geschmacklich nicht so toll findet, kann auch etwas Gurke dazugeben.


Bitterstoffe und Pflanzen


Wir können unsere Leber und Galle mit Bitterstoffen unterstützen. Idealerweise auch vor üppigem Essen. Chicorée, Radicchio oder Löwenzahn unterstützen die Verdauung, insbesondere auch die Fettverarbeitung. Es gibt Bitterstoffe auch als Tropfen (ohne Alkohol!).


Tees oder Präparate mit Mariendistel, Löwenzahn, Artischocke oder Enzian können ein paar Tage als Kur eingesetzt werden. Bitte die jeweiligen Dosierungsanleitungen beachten! Olivenblattextrakt, Wermut oder Oreganoöl können im Darm für Ordnung sorgen, ggf. nach Rücksprache mit einem Arzt oder Heilpraktiker.


Gesundes Fett


Auch wenn es paradox klingt, das richtige Fett hilft beim Abnehmen und der Regulierung des Fettstoffwechsels (und vielem mehr…). Omega 3 ist wichtig als Ausgleich für gesättigte Fettsäuren, wie sie in Butter oder Frittiertem zu finden sind. Omega 3 ist in z.B. Avocados, Olivenöl (Mittelmeerdiät), Leinöl oder auch Nüssen zu finden. Es gibt auch Omega 3 Produkte, die einfach zu nehmen sind. Omega 3 kann Blutfettwerte senken, Entzündungen lindern und die Konzentration steigern. Unser Stoffwechsel braucht Omega 3, während wir in unserer westlichen Ernährung zu viel ungesundes Fett zu uns nehmen.



Gesunde Snacks


Gerade abends sollten wir eine leichte Mahlzeit zu uns nehmen, vorzugsweise kohlenhydratarm. Das gilt generell, ist aber für viele nach einem Arbeitstag schwer umzusetzen. Wer ein paar Tage das Weihnachtsessen ausgleichen will, kann dies ganz einfach tun. Abends Nüsse oder Mandeln essen (ideal vor dem Fernseher zum Knabbern), Kürbis- oder Sonnenblumenkerne als Snack zwischendurch oder auch abends. Auch Backpflaumen können abends eine Alternative sein. Sie gelten als klassisches natürliches Mittel bei Verstopfung. Ausreichend dazu trinken!


Tagsüber bei Hunger können auch Karotten, Äpfel oder Kohlrabi geknabbert werden. Ein paar Nüsse oder Mandeln sind tagsüber eine gute Alternative zu Keksen oder Kantinenessen.


Intervallfasten


Eine andere Möglichkeit ist das Intervallfasten, bei dem man in einem festgelegten Rhythmus fastet und isst. Am bekanntesten ist das sogenannte 16:8-Prinzip, bei dem täglich nur für acht Stunden feste Nahrung erlaubt ist und in den restlichen 16 Stunden nur Wasser, ungesüßter Tee oder auch Kaffee (ohne Milch und Zucker). Wie du die acht Stunden in deinen Tagesablauf legst, ist deine Entscheidung. Manche verzichten aufs Frühstück, andere aufs Abendessen. Da der Stoffwechsel so für viele Stunden keine feste Nahrung neu verarbeiten muss, kann er den Verdauungsprozess der Acht-Stunden-Phase völlig abschließen und muss dann zur Energiegewinnung auf die Fettreserven zurückgreifen.


Grundsätzlich darf man zwar in den acht Stunden alles essen, aber der Effekt ist größer, wenn in der Zeit bewusst gegessen wird. Studien haben gezeigt, dass auch Essenspausen einen positiven Effekt haben. Blutzucker, Blutdruck, Fett- und Entzündungswerte können sich verbessern und das Gewicht kann reduziert werden. Auch die Stimmung wird bei den meisten besser. Insgesamt reguliert sich der Körper wieder, Zellen können sich reparieren. Evolutionär betrachtet ist das ein natürlicherer Zustand als geregelte Mahlzeiten. In der Steinzeit kam der Wildschwein-Burger auch nicht pünktlich um 12 Uhr. Es gibt mittlerweile Apps, die diese Fastenzeit unterstützen.


Energiesparprogramm


Gefürchtet bei Abnehmversuchen oder Diäten ist der sogenannte Jojo-Effekt. Das bedeutet, dass nach dem Ende einer Diät das Gewicht schnell zurückkommt und teilweise sogar stärker als vor der Diät. Aus diesem Grund wird von Diäten, insbesondere den Modediäten, abgeraten. Sinnvoll ist eine langfristige Ernährungsumstellung, kombiniert mit Bewegung. Diese Ernährungsumstellung sollte deinen persönlichen Bedürfnissen und Vorlieben entsprechen, damit du sie lange durchhälst. Weniger Konzept, dafür mehr Bauchgefühl!


Beim Fasten springt nach etwa drei Tagen eine Art Energiesparprogramm an. Der Körper reagiert auf das Fehlen von Nahrung mit einem Herunterfahren des Stoffwechsels auf den sogenannten Grundumsatz. Wenn du dann wieder mehr isst, bildet der Körper Fettreserven für die nächste „Hungersnot“. Es ist also für ein kurzfristiges Abspecken nach Feiertagen sinnvoll, immer nur 1-2 Tage zu fasten oder die Kalorien zu reduzieren, wenn man nicht langfristig die Ernährung umstellt. So wird ein Jojo-Effekt verhindert. Der Körper bekommt quasi Entlastungstage. Meistens reicht das ja auch.


Fazit


Ohne Schuldgefühle das Weihnachtsessen zu genießen ist wichtig. Genießen, ganz bewusst, dankbar sein für das, was da ist. Hinterher können wir relativ einfach eventuelle Extrapfunde wieder abbauen.


„Fasten“ oder ein kurzfristiges Kürzertreten beim Essen tut dem Körper insgesamt gut. Es reinigt den Körper, reguliert ihn und stärkt das Immunsystem. Wir lernen auch wieder bewusster dem Körper zuzuhören. Wann haben wir Hunger, was brauchen wir wirklich oder haben wir einfach nur Durst?


Schwangere oder stillende Frauen, Menschen mit Essstörungen oder Leber- und Nierenschwäche sollten nicht fasten oder wenn, dann nur mit ärztlicher Begleitung. 


Wir haben auch noch einen kurzen Filmtipp zum Thema Fasten: Dr. Rüdiger Dahlke gibt in einem Interview mit Ursula Maria Lang seine Erfahrungen beim Fasten weiter.

Auf einen Blick


  • ausreichend Wasser trinken und auf Alkohol und gesüßte Getränke verzichten

  • frische Gemüsesäfte oder Smoothies können die Verdauung entlasten und versorgen uns mit Vitaminen und Mineralstoffen

  • Salz und Zucker können für Wassereinlagerungen sorgen und das natürliche Hungergefühl austricksen

  • Bitterstoffe und ungesättigte Fettsäuren (Omega 3) unterstützen Verdauung und Fettstoffwechsel

  • Nüsse und Rohkost als Snacks können den Körper und die Waage entlasten

  • Intervallfasten kann die Regeneration des Körpers unterstützen

  • Nach zwei Tagen Fasten geht der Körper in den Energiesparmodus, danach droht der Jojo-Effekt

Weitere spannende Artikel

ZUR BEITRAGSÜBERSICHT