Heilpraktikerin und Meditationslehrerin

Auf einen Blick


  • Histamin ist der zentrale Botenstoff bei Allergien und verursacht typische Symptome wie Niesen, Juckreiz, tränende Augen und Schwellungen.

  • Histamin reguliert im Körper auch den Wasserhaushalt – bei Wassermangel steigt seine Aktivität an.

  • Dehydration kann deshalb allergische Reaktionen verstärken, weil der Histaminspiegel bereits erhöht ist.

  • Ausreichend stilles Wasser zu trinken kann helfen, Histamin besser abzubauen und über die Nieren auszuscheiden.

  • Mineralstoffe sowie Vitamin C und B6 unterstützen den Histaminabbau und den Elektrolythaushalt.

  • Getränke und Lebensmittel mit viel Zucker, Salz oder Koffein können dem Körper zusätzlich Wasser entziehen.

  • In der Pollensaison kann es hilfreich sein, histaminreiche Lebensmittel sowie mögliche Kreuzallergien im Blick zu behalten.

  • Eine gute Flüssigkeitsversorgung unterstützt Schleimhäute, Immunsystem und Stoffwechsel – und kann allergische Beschwerden abschwächen.

Einführung


Wenn im Frühling die Pollen fliegen, reagieren viele Menschen mit den typischen Symptomen: Die Augen tränen, die Nase läuft und du fühlst sich abgeschlagen. Meist greifen Betroffene zu klassischen Antihistaminika, um die Beschwerden zu lindern. Doch ein oft unterschätzter Faktor bei der Entstehung und Intensität von Allergien ist unser Wasserhaushalt.


Die Rolle von Histamin im Körper


Bei einer Allergie (Typ-I-Reaktion) reagiert das Immunsystem innerhalb kürzester Zeit auf einen eigentlich harmlosen Stoff, wie zum Beispiel Birkenpollen. Dabei schütten sogenannte Mastzellen den Botenstoff Histamin aus. Dieses Histamin ist für die Entzündungsreaktionen – also das Niesen, den Juckreiz oder Schwellungen – verantwortlich. Es ist der Versuch des Körpers, die Eindringlinge so schnell wie möglich wieder loszuwerden.


Was jedoch weniger bekannt ist: Histamin übernimmt im Körper auch eine zentrale Rolle bei der Regulierung des Wasserhaushalts.


Warum Wassermangel die Allergie verstärkt


Wenn wir zu wenig trinken, gerät der Körper in einen Stresszustand. Um den verbleibenden Flüssigkeitsvorrat zu schützen und lebenswichtige Organe vorrangig zu versorgen, erhöht der Körper die Produktion von Histamin.


Wissenschaftler wie der Arzt Dr. Batmanghelidj konnten zeigen, dass bei Dehydration die Histamin-Aktivität fast exponentiell ansteigt. Das bedeutet:



  • Erhöhter Grundspiegel: Wer zu wenig trinkt, hat bereits einen höheren Histaminspiegel im Blut.

  • Stärkere Reaktion: Kommen nun Pollen hinzu, fällt die allergische Reaktion deutlich heftiger aus, da das System bereits in Alarmbereitschaft ist.

  • Schutzmechanismus der Lunge: Bei Wassermangel verengen sich oft die Bronchien, um den Feuchtigkeitsverlust über die Atemluft zu minimieren. Gleichzeitig wird zäher Schleim produziert, um die Lungenbläschen vor dem Austrocknen zu schützen – ein Prozess, der Asthmatikern und Allergikern oft schwer zu schaffen macht.


Wasser als natürliches Antihistaminikum


Da Histamin wasserlöslich ist, hilft eine ausreichende Zufuhr von stillem Wasser dabei, den Botenstoff im Körper zu verdünnen und schneller über die Nieren auszuschwemmen. Außerdem unterstützt Wasser die Produktion des Enzyms DAO (Diaminoxidase). Dieses Enzym ist maßgeblich für den Abbau von Histamin verantwortlich.


Auch die Wasserqualität spielt eine Rolle. Strukturiertes und lebendiges Wasser kommt besonders gut in die Zellen und unterstützt den Stoffwechsel.


Die Bedeutung von Salz und Mineralstoffen


Wenn du deine Wasserzufuhr erhöhst, solltest du auch auf deinen Elektrolythaushalt achten. Salz (Natriumchlorid) ist notwendig, um das Wasser im Körper zu binden und in die Zellen zu leiten.



  • Dr. Batmanghelidj empfahl, regelmäßig ein paar Körner hochwertiges Meersalz auf die Zunge zu legen.

  • Auch Mineralstoffe wie Magnesium, Calcium und Zink sowie Vitamin C und B6 unterstützen das Enzym DAO beim Histaminabbau.



Wichtig: Achte bei der Salzzufuhr immer auf deinen individuellen Gesundheitszustand. Gerade bei Bluthochdruck oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollte die Wassermenge mit einem Arzt abgestimmt werden und durch ein Labor kann der Mineralstoffhaushalt bestimmt werden.


Wasser-Räuber meiden


In der Allergiesaison ist es ratsam, Getränke zu meiden, die dem Körper Wasser entziehen. Kaffee und koffeinhaltige Tees regen die Wasserausscheidung über die Nieren an. Auch wenn Kaffee nicht mehr als der Flüssigkeitskiller gilt, können wir in der Pollensaison öfter auf Wasser umsteigen oder nach einer Tasse Kaffee ein paar Schlucke Wasser trinken.


Auch zuckerhaltige Softdrinks oder Fruchtsaftschorlen binden Wasser für den Stoffwechsel, anstatt es für die Reinigung bereitzustellen. Das gilt natürlich auch bei fester Nahrung.


Zucker- und salzhaltige Lebensmittel binden Wasser im Körper, weil der Organismus zusätzliches Wasser benötigt, um die höhere Konzentration dieser Stoffe auszugleichen und sie über Blut, Zellen und Nieren zu verdünnen und zu transportieren.


Ernährung während der Pollensaison


Während der Allergiesaison lohnt es sich manchmal, histaminreiche Lebensmittel etwas einzuschränken, weil sie allergische Reaktionen zusätzlich anheizen können. Dazu gehören vor allem Lebensmittel, die lange gereift oder fermentiert sind. Typische Beispiele sind gereifter Käse, Salami und andere Wurstwaren, Sauerkraut, Essigprodukte, Rotwein oder Bier. Auch Tomaten, Spinat oder Schokolade können bei manchen Menschen die Beschwerden verstärken.


Ein weiterer Punkt sind sogenannte Kreuzallergien. Dabei reagieren bestimmte Lebensmittel ähnlich wie die Pollen, auf die dein Immunsystem ohnehin empfindlich ist. Das kann dazu führen, dass plötzlich auch eigentlich harmlose Lebensmittel Beschwerden auslösen.


Ein klassisches Beispiel: Menschen mit Birkenpollenallergie reagieren manchmal auch auf Äpfel, Haselnüsse oder Soja. Typisch ist dann ein Jucken im Mund oder ein Kribbeln im Hals.


Eine gute Übersicht zu solchen Zusammenhängen bietet der Deutscher Allergie- und Asthmabund. Dort findet man Tabellen zu den häufigsten Kreuzallergien – hilfreich, wenn während der Pollensaison plötzlich Lebensmittel Probleme machen, die sonst immer gut vertragen wurden.


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Fazit


Wasser ist einfach eine eierlegende Wollmilchsau für unseren Stoffwechsel. Gerade im Frühjahr, wenn Entgiftung eine wichtige Rolle spielt, ist Wasser wichtig, um den Körper an die wärmere Jahreszeit anzupassen, die Schleimhäute zu befeuchten und das Pollen-Alarmsystem zumindest etwas zu beruhigen. Nachdem die stärkeren Antihistaminika auch müde machen können, wirkt Wasser sowohl belebend als auch unterstützend, so dass du vielleicht – wenn du bei starken Beschwerden Antihistaminika benutzen musst – mit einer kleineren Dosis auskommst.


Wenn deine Symptome stark sind oder sich verschlimmern, solltest du natürlich verordnete Medikamente weiternehmen und im Zweifel ärztlichen Rat einholen.

Medical Disclaimer

Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung geeignet. Alle hier zusammen gestellten Informationen stellen keinen Ersatz für eine professionelle ärztliche bzw. therapeutische Beratung, Diagnose oder Behandlung dar. Alle Informationen dienen ausschließlich der neutralen Information und allgemeinen Weiterbildung. Die Inhalte stellen keine Empfehlung von Behandlungen oder Naturheilmitteln dar. Wir empfehlen die Informationen von einem Arzt überprüfen zu lassen. Auch wenn die Inhalte mit großer Sorgfalt erstellt wurden, übernehmen wir keine Haftung für die Vollständigkeit und Richtigkeit der Angaben.

Quellenhinweise

Dr. med. F. Batmanghelidj. „Sie sind nicht krank, Sie sind durstig. Heilung von innen mit Wasser und Salz“. VAK Verlags GmbH

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