Gemeinwohl-Ökonomie und kommunale Gesundheitsförderung

Wirtschafts-Initiativen, die den lokalen Handel und die regionalen Kreisläufe stärken, fördern auch die Gesundheit der Menschen in ihren Lebenswelten. Die kommunalen Gebietskörperschaften sind Verantwortungsträger für das Wohlbefinden ihrer Bürgerinnen und Bürger. Nachhaltige und natürliche Lebensweisen sind gesünder.

IKK Südwest fördert das Gemeinschaftsprojekt Schlaue Dörfer

Die Selbstorganisation der Bürgerinnen und Bürger macht Gesundheit

Die St. Leonhards-Akademie startete vor drei Jahren gemeinsam mit der Kommunal-Akademie Rheinland-Pfalz und weiteren Partnern die Qualifizierung von Gesundheitsmanagern für Dörfer. Jetzt unterstützt eine Krankenkasse diese Initiative: Gesunde Dörfer sind ein Zukunftsthema.

Wer sich sozial geborgen fühlt, wird weniger krank. Daher fördert die IKK Südwest mit ihren 640.000 Versicherten das innovative Projekt der schlauen Dörfer in Rheinland-Pfalz. Die St. Leonhards-Akademie plant dieses Pionierprojekt auch in Bayern umzusetzen und kann sich dabei auf das erarbeitete Know-how in Rheinland-Pfalz stützen. Die IKK Südwest informiert darüber in einer Pressemitteilung. Das neue Projekt stärke Menschen in saarländischen Dörfern sowie Dörfern in Rheinland-Pfalz darin, nicht auf „Hilfe von oben“ zu warten, sondern sich selbst zu helfen und zu organisieren: Ziel ist, die Lebensqualität und die Gesundheit vor allem in den ländlichen Gemeinden langfristig zu stärken. Wie das im Saarland gehen kann – und in Rheinland-Pfalz bereits ansatzweise umgesetzt wird –  zeigte die Kickoff-Veranstaltung des Projektteams Schlaue Dörfer in der Gemeinschaftsschule Mettlach-Orscholz.”

Das gesunde Kinzigtal

Seit 2006 arbeitet im Kinzigtal ein innovatives Sozialunternehmen: die Gesundes Kinzigtal GmbH. Rund 69.000 Menschen leben in dieser Schwarzwaldregion und die AOK Baden-Württemberg unterstützt dort eine Gesundheitsversorgung, die vorbildlich ist. Das Projekt beweist, dass bessere Gesundheit für alle Bürgerinnen und Bürger, zufriedene Ärztinnen und Ärzte und erfolgreiche Krankenkassen möglich sind. In Billstedt-Horn, einem sozial benachteiligtem Hamburger Stadtteil, entsteht ein vergleichbares Gesundheitsnetzwerk.

Gemeinwohlorientierte Wirtschaft

Unser jetziges Wirtschaftssystem macht das Geld zum Zweck. In der Gesundheitswirtschaft hat dies fatale Folgen. Arztpraxen, Krankenhäuser oder Krankenkassen orientieren sich an Profitzielen und nicht an Gesundheitszielen. Die Gemeinwohl-Ökonomie strebt ein Wirtschaftssystem an, das auf Werten basiert und wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Alternativen verwirklicht. Menschenwürde, Solidarität, ökologische Nachhaltigkeit, soziale Gerechtigkeit und demokratische Mitbestimmung sind für Gesundheitsunternehmen unverzichtbare Werte.

“100 Jahre soziale Dreigliederung”

Die St. Leonhards-Akademie kooperiert eng mit dem Verein Forum 3 (https://www.forum3.de/)

Daher beteiligten wir uns aktiv an der Tagung „Im Puls für die Zukunft“, die vom 5. bis 7. April 2019 stattfand und von mehr als 600 Menschen besucht wurde.
Anlass war, dass Rudolf Steiner vor 100 Jahren mit der Idee der Dreigliederung des sozialen Organismus an die Öffentlichkeit getreten war.
Dr. Ellis Huber leitete dabei einen Workshop zum Thema “Der Organismus des Gesundheitswesens: zur Gestalt einer Sozialen Gesundheitswirtschaft” und die St. Leonhards Quellen sorgten dafür, dass die Teilnehmer kostenlos Lebendiges Wasser genießen konnten. Der Bericht zu diesem Kongress ist eindrücklich.

Zum Glück ..! gehört Gemeinschaft

Im Interview mit Marion Schneider schildert Dr. Ellis Huber, Vorsitzender des Berufsverbands der Präventologen eV. den Zustand des Gesundheitswesens der BRD vor dem Mauerfall und legt dar, wie sich die Situation seit der deutschen Wiedervereinigung bis in die Gegenwart verändert hat.