Einführung
Krampfadern werden oft als reine Alterserscheinung oder als kosmetisches Problem betrachtet. Tatsächlich sind sie aber meist ein Zeichen dafür, dass der Rückfluss des Blutes aus den Beinen zum Herzen gestört ist.
Unsere Venen sind Teil eines großen Flusssystems im Körper. Das Blut muss aus den Beinen gegen die Schwerkraft nach oben zum Herzen zurücktransportiert werden. Wenn dieser Rückweg irgendwo blockiert oder verlangsamt wird, entsteht Druck in den Venen der Beine – und mit der Zeit können sich Krampfadern entwickeln.
Dabei beginnt die Ursache häufig nicht in den Waden, sondern in der Körpermitte – im Bauchraum, im Stoffwechsel und im Nervensystem.
Der Bauch als Nadelöhr
Das Blut aus den Beinen muss auf seinem Weg zum Herzen durch den Bauchraum hindurch. Dort liegen große Blutgefäße, Darm und Leber. Ist der Bauchraum ständig angespannt oder aufgebläht, kann das den venösen Rückfluss bremsen.
Typische Faktoren sind zum Beispiel:
Ein voller oder aufgeblähter Darm kann physisch auf die großen Venen im Bauch drücken. Dadurch entsteht ein Rückstau, der sich bis in die Beinvenen fortsetzt. Das Blut fließt dann langsamer zurück – und die Venen müssen stärker arbeiten.
Die Rolle der Leber
Auch die Leber spielt eine wichtige Rolle für den Blutfluss. Ein großer Teil des Blutes aus dem Bauchraum wird über die sogenannte Pfortader zur Leber geleitet, wo es gefiltert wird.
Ist die Leber stark belastet – etwa durch Stress, Alkohol, sehr fettreiche Ernährung oder Umweltgifte – kann sich der Blutfluss dort verlangsamen.
Dann entsteht ein Druck im venösen System, der sich ebenfalls bis in die Beine fortsetzen kann. Deshalb gehören zur Unterstützung der Venen auch klassische Maßnahmen für den Stoffwechsel:
Nervensystem und Atmung
Viele Menschen denken bei Krampfadern nur an die Gefäße selbst. Doch auch unser Autonomes Nervensystem spielt eine wichtige Rolle. Bei Stress sorgt der sogenannte Sympathikus dafür, dass unser Körper für Kampf oder Flucht vorbereitet ist. Wenn Stress aber ein Dauerzustand ist, bleibt unser Körper in diesem Alarmsystem stecken. Unsere Blutgefäße ziehen sich zusammen und werden starrer, die Verdauung wird heruntergefahren (braucht Mensch ja nicht, wenn er vor dem Säbelzahntiger davon läuft) und die Atmung wird flacher.
Durch die heruntergefahrene Verdauungstätigkeit steht die Nahrung im Darm. Es bilden sich vermehrt Fäulnisgase, der Stuhl wird hart und der Bauch macht „dicht“. Die Venen besitzen eine feine Muskelschicht. Sie können sich normalerweise leicht zusammenziehen und wieder entspannen und damit das Blut zurück pumpen. Wenn die Gefäßwände starrer werden, fällt das schwerer.
Eine der stärksten Kräfte, die das Blut aus den Beinen nach oben zieht, ist unsere Atmung. Bei einer tiefen Bauchatmung senkt sich das Zwerchfell nach unten. Dadurch entsteht im Brustraum ein leichter Unterdruck. Dieser wirkt wie eine Saugpumpe, die das Blut Richtung Herz zieht. Viele Menschen atmen jedoch dauerhaft flach in den Brustkorb – besonders bei Stress. Dadurch arbeitet das Zwerchfell weniger und das Blut versackt leichter in den Venen. Atemübungen können also Stress lindern und gleichzeitig unsere Venen unterstützen.

Wasser – ein wichtiger Helfer für die Venen
Wasser spielt für unseren Blutfluss eine zentrale Rolle. Viele Menschen mit Krampfadern trinken aber eher weniger, weil sie Angst haben, dadurch mehr Wasser in den Beinen einzulagern. In Wirklichkeit kann zu wenig Flüssigkeit das Problem sogar verstärken.
Wenn der Körper dehydriert ist, wird das Blut zähflüssiger. Zähes Blut fließt langsamer und belastet die Venen stärker.
Wasser hilft auch unserer Verdauung, es flutscht einfach besser. Damit wird die Verdauung entlastet, Stoffwechselprodukte werden besser ausgespült und damit Darm und Leber entlastet. Der Bauch ist weicher und drückt nicht so auf die großen Gefäße im Bauchraum.
Gefäßtraining mit Wasser
Auch äußerlich kann Wasser die Venen unterstützen. Die klassische Kneipptherapie nutzt gezielt Kältereize, um die Gefäße zu trainieren. Kaltes Wasser bewirkt, dass sich die Venen kurz zusammenziehen. Dadurch wird das Blut nach oben gedrückt. Anschließend erweitern sich die Gefäße wieder und werden stärker durchblutet.
Einfache Anwendungen sind zum Beispiel:
Diese Temperaturwechsel trainieren die Spannkraft der Gefäße und damit die feine Muskulatur der Venenwände. Die Pumpfunktion kann dadurch verbessert werden.
Bewegung – das zweite Herz in den Waden
Unsere Venen besitzen keine starke eigene Pumpe. Deshalb sind sie auf die Hilfe der Wadenmuskulatur angewiesen. Die Waden wirken quasi wie ein zweites Herz. Jedes Mal, wenn sich die Wadenmuskeln anspannen, drücken sie die Venen zusammen und befördern das Blut nach oben. Die Venenklappen verhindern dabei, dass es wieder zurückfließt. Wer viel sitzt, schaltet diese Muskelpumpe jedoch weitgehend aus. Das Blut versackt in den Beinen.
Venenyoga – Kleine Übungen für den Alltag
Schon kleine Bewegungen können die Venen deutlich entlasten. Hilfreich sind zum Beispiel:
Fersenwippen
Im Stehen oder Sitzen immer wieder die Fersen anheben und wieder abrollen.
Fußkreisen
Unter dem Schreibtisch die Füße kreisen lassen.
Zehenbewegungen
Mit den Zehen greifen oder die Füße nach vorne „wandern“ lassen.
Hüfte dehnen
Immer wieder aufstehen und einen Ausfallschritt machen, um den Bauchraum zu öffnen.
Diese kleinen Bewegungen halten den venösen Rückfluss aktiv.
Das Abendritual für die Beine
Am Abend hat sich der Druck in den Beinvenen oft am stärksten aufgebaut. Jetzt hilft es, die Schwerkraft für sich zu nutzen.
Beine hochlegen
Am besten so, dass die Füße höher liegen als das Herz.
Beine an der Wand hochlegen
Auf den Rücken legen und die Beine für einige Minuten senkrecht an eine Wand stellen.
Das entlastet die Venen sofort und beruhigt gleichzeitig das Nervensystem.

Fazit
Krampfadern sind ein Zeichen für ein gestautes System, häufig Bewegungsarmut oder Verdauungsbeschwerden. Stress ist der Auslöser für so viele Krankheiten und Symptome, dass wir schon gar nicht mehr drüber nachdenken. Aber flache Atmung, ein nicht enden wollender Kampf- oder Flucht Zustand haben auch Auswirkung auf unsere Durchblutung und Venen.
Wasser – innerlich und äußerlich – kann auch hier unterstützen. Und nebenbei beruhigt es auch unser Stresssystem…
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung geeignet. Alle hier zusammen gestellten Informationen stellen keinen Ersatz für eine professionelle ärztliche bzw. therapeutische Beratung, Diagnose oder Behandlung dar. Alle Informationen dienen ausschließlich der neutralen Information und allgemeinen Weiterbildung. Die Inhalte stellen keine Empfehlung von Behandlungen oder Naturheilmitteln dar. Wir empfehlen die Informationen von einem Arzt überprüfen zu lassen. Auch wenn die Inhalte mit großer Sorgfalt erstellt wurden, übernehmen wir keine Haftung für die Vollständigkeit und Richtigkeit der Angaben.
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