Heilpraktikerin und Meditationslehrerin

Einführung


Wünsche an das Universum, Positivdenken oder Manifestieren – ich glaub, ich brauch da was! Bitte gestern und eiszackig. Es ist dringend!!


Wenn wir glauben, uns fehlt was oder wir brauchen was, dann schicken wir auch mal ganz gerne eine „Nachricht nach oben“. Jeder in seinem persönlichen Glaubenssystem. Manche arbeiten bewusst damit, für andere ist es eher ein „Himmel hilf“.


Es gibt zahlreiche „Gebrauchsanweisungen“ und Techniken dafür. Und sie kommen auch an. Aber wieso klappt es mit der Lieferung dann so selten? Das Universum – oder wie auch immer wir diese große Kraft nennen – hört nicht die Worte. Es fühlt den Zustand, aus dem heraus wir wünschen. Und wenn wir uns etwas wünschen, fehlt es uns gerade. Oft verbunden mit einem emotional aufgeladenen Zustand.


Also: Wie kommen wir in diesen Zustand von Fülle, den wir so gerne hätten?


Das Parkplatz-Phänomen und warum es oft klappt


Schon mal probiert? „Ich brauche einen Parkplatz vor XY“. Verblüffend viele berichten, dass das häufig funktioniert.  Genau wenn sie ankommen, fährt jemand weg oder eine Lücke öffnet sich.


Der Witz ist die spielerische Haltung. Normalerweise besteht hier keine emotionale Aufladung, es ist kein existenzieller Druck und es ist gerade keiner da, mit dem wir uns vergleichen könnten. Es muss nichts ernsthaft erreicht oder gelöst werden.


Die unbewusste Haltung ist ein relativ entspannter Zustand. Ein inneres Abwarten ohne übergroße Erwartungshaltung. Es wäre praktisch – aber nicht lebenswichtig.


Und: Der Wunsch nimmt nur einen kleinen Raum ein. Er hat keine langfristige Bedeutung wie Job, Partnerschaft oder Status. Der Zustand bleibt spielerisch.


Nicht der Wunsch ist anders.
Der Zustand ist es.


Die Macht des Unterbewusstseins für unser Leben


Zufriedenheit, Mangel, Fülle, Entspannung, Alarmzustand – das alles kommt zum größten Teil aus unserem Unterbewusstsein. Und das sind 90 Prozent in uns. Gespeichert in Gehirn und Körper als Erfahrungen und Prägungen, Erlebnisse, Körperspannungen und Spuren im Nervensystem. Zehn Prozent unseres Erlebens sind uns „bewusst“. Wie bei einem Eisberg, von dem wir nur einen kleinen Teil über der Wasseroberfläche sehen, während der weitaus größte Teil unter Wasser ist.


Aber diese zehn Prozent schwenken das Fähnchen und glauben, sie haben die Fernbedienung in der Hand. 90 Prozent lebenslange Erfahrungen, Genetik, Evolution und generationale Geschichten sprechen eine andere Sprache. Wortwörtlich.


Unser Gehirn ist auf Überleben programmiert. Und das heißt auch: lieber ein bekannter Schmerz oder ein bekannter Mangel, als ein unbekanntes Risiko oder ein unbekannter Weg in Richtung Zukunft. Das Alte kennt das Hirn, das verbindet es mit dem Gefühl „Sicherheit“. Damit kann es – mehr oder weniger gut – umgehen.


Wir wollen Mangel loswerden? Alarm! Damit müssten wir ja die eingetretenen Pfade verlassen. Sprich die neuronalen Pfade im Gehirn. Also senden zehn Prozent einen Wunsch. Und 90 Prozent schicken das vertraute Grundrauschen mit.


Wenn das dann geliefert wird, merken wir naturgemäß keinen Unterschied. Das kennen wir ja schon.


Wenn wir das aber wissen, können wir den inneren Saboteur überlisten.


Vom Bittsteller zum Gestalter – Raus aus der Opferrolle


Wünschen hat oft einen passiven Beigeschmack. Wir stehen als Bittsteller an einer himmlischen Ladentheke. Das birgt Gefahren für unser psychisches Wohlbefinden. Einerseits glauben wir, wir könnten es allein nicht schaffen. Andererseits sind wir überzeugt, dass uns etwas zum Glück fehlt – gerade.


Das blöde ist nur, dass wir uns innerlich wie ein Maikäfer auf den Rücken legen und mit den Beinen strampeln, wenn wir uns in einem Mangel- und Opferdenken befinden. Wir reiten dann auf einer Abwärtsspirale.


Und – wir sind nicht im Jetzt. Das Jetzt wollen wir nicht, weil es ja nicht „glücklich“ macht. Also projizieren wir diesen Mangel als Hoffnung in die Zukunft. Da wird’s aber nur besser, wenn wir hier im Jetzt, in diesem Moment, aktiv werden und etwas verändern.


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Gefühle und der Kosmos


Auslöser für Wünsche, Nicht-Glück und Unzufriedenheit oder ein allgemeines Mimimi sind Gefühle in uns, die wir nicht mögen oder aushalten können. Wir suchen im Außen etwas, was uns vom Erleben dieser Gefühle ablenkt. Das wirkt kurz – dann brauchen wir Ersatz.


Diese Gefühle reichen von existenziellen Ängsten über Traurigkeit, unterdrückte Wut, mangelnde Liebe (in der Kindheit…) oder Unsicherheit und mangelndem Selbstwertgefühl. Diese Gefühle haben alle etwas gemeinsam. Sie funktionieren nur mit einem Objekt, also einer Situation oder Person im Außen. Wir sind fokussiert auf dieses Außen. Unser inneres Alarmsystem scannt ständig, ob wir in Gefahr sind. Und das ist mit diesen alten Gefühlen verknüpft. Für ein kleines Kind waren sie mal überwältigend. Es gab keine Handlungsoption. Und genau das wird reaktiviert. Ein kleines Kind in uns ist auf die Wunscherfüllung durch die Eltern angewiesen. Es kann nur sehr eingeschränkt selbst aktiv werden.


Und was passiert, wenn wir dieses innere Gefühl von „irgendetwas fehlt oder ist nicht in Ordnung“ nur da sein lassen? Wenn wir – im Gegensatz zu früher – mit diesem Gefühl völlig in Ordnung wären? Das innere Kind selbst – so wie es ist – anerkannt und geliebt würde? Das ist die Wunscherfüllung in uns, um die es wirklich geht. Annahme, Liebe und Anerkennung.


Weich werden und weit werden


Das verrückte ist, dass diese Annahme von allem, was gerade ist, immer wieder am besten funktioniert. Fürs Hirn und fürs Wünschen beim Universum gleichermaßen. Es verändert den inneren Zustand.


Wenn wir eine Situation oder anstrengende Person „annehmen“ – und annehmen heißt NICHT unbedingt gut finden – passiert etwas Spannendes im Gehirn. Widerstand und Kampf hören auf. Energie wird frei. Das Gehirn springt aus einem geistigen Notfallmodus in einen kreativen Modus. Nach einem buchstäblichen Tunnelblick wird durch diese Entspannung unser Kreativzentrum aktiviert. Der Fokus weitet sich, ungeahnte Möglichkeiten werden sichtbar, wir werden wieder entscheidungsfähig. Und: Wir wechseln von Starre oder Grummeln in einen spielerischen und leichteren Zustand.


Aus diesem Zustand heraus passieren manchmal spannende „Zufälle“, es kommt Unterstützung aus unerwarteten Richtungen. Wir senden auf einer anderen Frequenz. Und Annahme bedeutet auch, dass wir die Unterstützung, von wo auch immer, annehmen können.


Aus einem Mangelgefühl heraus klingen wir für das Universum wie ein ewig kläffender Hund, der gar nicht aufhören kann und der damit auch keine Antwort mitkriegt. Annahme öffnet uns. Und es kann genau das kommen, was es gerade braucht. Glück im eigentlichen Sinn.


Fülle und Dankbarkeit als Sendestation


Es gibt zahlreiche Techniken, in denen erklärt wird, dass wir aus einem Gefühl der Dankbarkeit und Fülle heraus „wünschen“ sollen, damit es kommt. Mit 90 Prozent Unterbewusstsein? Hmm.


Also, wie fühlen wir echte Fülle und Dankbarkeit? So, dass es ein Zustand ist, in dem wir uns zufrieden und glücklich fühlen? Du könntest ein großes Blatt Papier nehmen und aufschreiben, was du alles hast. Das macht mehr mit uns, als nur darüber nachzudenken. Was ist da? Von grundlegenden Dingen wie Atmen, Hören, Sehen, Menschen um uns herum oder welche, die wir anfunken können. Alltagsdinge, Sicherheit, Essen und Trinken, Möglichkeiten. Wir haben so viel. Wir leben oft im Überfluss und fühlen Mangel.


Gesundheit. Völlig klar, dass ein „Funktionsmangel“ oder eine Krankheit nicht schön sind. Dann sind wir wieder bei – verständlichem – Widerstand und Einschränkungen. Ein „Aua“ im weitesten Sinn zieht unsere Aufmerksamkeit und Energie, es entsteht auch hier wieder eine Art Tunnelblick. Perspektivwechsel. Was funktioniert alles? Was uns so selbstverständlich ist, dass wir nicht drüber nachdenken?


Als ich meine Krebsdiagnose bekam, war nach dem ersten Schock der Perspektivwechsel entscheidend. 99 Prozent meiner Zellen sind gesund. Mit einem möglichen Tod vor Augen wurde mir bewusst, was alles da war. Es ist faszinierend, wie sich die Prioritäten verschieben und was auf einmal (noch) wirklich wichtig ist. Und – so etwas katapultiert uns ins Jetzt. Der einzige Moment, wo wir wirklich etwas verändern und schaffen können. Es war verblüffend, was mir alles begegnet ist, welche Unterstützung ich bekam – und wie in dieser Situation ein Gefühl von Fülle, Liebe und Dankbarkeit entstand.


Fülle und Dankbarkeit müssen wir nicht aktiv senden. Wir müssen nichts tun. Wir strahlen das aus. Auf allen Ebenen.


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Fazit


Du kannst in dir einen Zustand manifestieren, in dem sich Glück wohlfühlt. Ein Fließen im Leben, ein Gefühl von Unterstützung und getragen sein. Das ist nicht passiv. Denn in diesem Fließen bist du unglaublich lebendig, verbunden mit Allen und Allem, offen und empfänglich, in einem Geben und Nehmen.


Wenn das im Herzen ankommt, entsteht echte Fülle. Und Dankbarkeit für das, was ist. Und das ist der stärkste Sender überhaupt. Es leuchtet förmlich aus uns heraus. Und das bleibt nicht ohne Antwort.

Auf einen Blick


  • Wir senden beim Wünschen nicht nur Worte, sondern hauptsächlich unseren inneren Zustand.

  • 90 % Unterbewusstsein haben mehr Power als 10 % Wachbewusstsein.

  • Wünsche ans Universum können Opferhaltung fördern und echte Veränderung verhindern.

  • Ein inneres Kind wünscht sich Liebe und Anerkennung – die nur wir selbst uns geben können.

  • Annahme öffnet uns und schaltet im Gehirn vom Tunnelblick in den Kreativmodus.

  • Dankbarkeit für das, was da ist und gut ist, zieht Fülle an.

  • Liebe und Dankbarkeit strahlt von sich aus.

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