Mit den Sternen durch das Jahr
Diese Artikelserie folgt dem Lauf der Sonne durch den Tierkreis und versteht die zwölf Sternzeichen als archetypische Kräfte, die sich im Jahresverlauf entfalten. Sie lädt dazu ein, diesen Energien bewusst zu begegnen – im Spiegel der Natur und im inneren Erleben.
Mit der Sommersonnenwende am 21.6. erreicht das Licht seinen Höhepunkt. Die Tage sind lang, die Natur steht in voller Blüte und scheint für einen Augenblick innezuhalten. Jetzt beginnen sich die Früchte zu bilden, die Natur geht schwanger. Gleichzeitig beginnt, kaum wahrnehmbar, bereits die Umkehr: Die Tage werden wieder kürzer. Im Höhepunkt des Lichts liegt bereits die Ahnung des Wandels. Diese Phase entspricht der Zeit des Krebses.
Nach dem lebhaften Austausch in der Zwillinge-Zeit richtet sich die Aufmerksamkeit nun nach innen, zu unseren Gefühlen. Es geht nicht länger um Verstandeskraft, sondern um Gefühlsreichtum, Fürsorge und Zugehörigkeit.
Krebs ist eine emotionale, rational nicht fassbare Energie, die am stärksten ist, wenn sie fühlen und spüren kann. Mit ihr können wir träumen und unsere Intuition stärken. Sie spricht in Bilder und durch Musik zu uns und verschafft uns Zugang zu unserer Seele. Auch bringt sie uns in Kontakt mit unserer mütterlichen Seite, dem Anteil in uns, der etwas in die Welt bringen möchte, es nährt und schützt – egal ob Kind oder Projekt. Und gleichzeitig können in dieser Zeit unsere eigenen Bedürfnisse, unsere Suche nach Schutz und Geborgenheit – nach Heimat und inneren Wurzeln – stark ausgeprägt sein.
Der Krebs steht archetypisch für Heimat, Mütterlichkeit und emotionale Verbundenheit. Sein Element ist das Wasser – aufnehmend, empfindsam und tief. Wasser folgt keinem geraden Weg. Es umfließt Hindernisse, passt sich an und findet dennoch seinen eigenen Verlauf. So bewegt sich auch die Krebs-Energie durch das Leben: weniger über Logik und Planung als über Empfinden und Intuition aber dennoch mit einem nicht zu unterschätzenden Ehrgeiz.
Die Gefühlskraft und Fürsorge dieser Energie können sich aber auch in emotionale Abhängigkeit oder übermäßiges Bemuttern wandeln. Dann stellt sie zum einen den Anspruch, von ihrer Umwelt versorgt zu werden und verweigert das Übernehmen von Verantwortung. Zum anderen kann das Kümmern um das Wohlbefinden anderer so ausgeprägt sein, dass die Selbstfürsorge keinen Platz mehr findet. Der Krebs fordert dazu heraus, die eigenen Gefühle ernst zu nehmen und einen reifen Umgang damit zu finden.
Im Alltag zeigt sich die Krebs-Energie oft in einfachen Gesten: einer ehrlichen Umarmung, einem vertrauten Gespräch, einem Ort der Ruhe oder einem Moment der Selbstfürsorge. Sie erinnert daran, dass wir nicht nur nach außen wachsen, sondern auch einen inneren Ort brauchen, an dem wir beheimatet sein dürfen.
Die Krebs-Zeit lädt dazu ein, sich mit den eigenen Emotionen und Wohlbefinden zu verbinden:
Heimat ist da, wo das Herz ist.
Der Krebs erinnert daran, dass Geborgenheit dort entsteht, wo wir uns erlauben, ganz wir selbst zu sein.
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