Helmut Milz‘ aktuelles Buch für Leib, Seele und ein gesundes Leben

Viele Menschen im Chiemgau und darüber hinaus kennen Dr. Helmut Milz, den Facharzt für Allgemeinmedizin, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Seit 1994 war er in Marquartstein mit seiner kassenärztlichen Praxis aktiv und davor als Oberarzt an der Psychosomatischen Klinik Roseneck in Prien tätig. Sein jetzt erschienenes Werk „Der eigen-sinnige Mensch. Körper, Leib & Seele im Wandel“ beschreibt die Quintessenz der Lebenserfahrungen eines Arztes, der viel in der Welt herum gekommen ist und im Chiemgau seine Heimat fand. Das fachlich kompetente und ärztlich weise Buch nimmt den Leser mit auf eine Reise durch die Sinnenwelt seines Körpers und seiner Lebenswelten. Anregend, aufregend und faszinierend erschließen sich immer neue Erkenntnisse und Erlebnisse über die Zusammenhänge von Körper, Seele und Kultur. Das Lesevergnügen wird durch die außerordentlich Ausstattung des Buches, seine Bilder und seine Haptik verstärkt. Die Texte und Botschaften, die Verständlichkeit und Sprache des Autors erfreuen Kopf und Herz gleichermaßen.

Die Themen der St. Leonhards-Akademie gGmbH  kommen umfassend zur Geltung. Wie können wir mit uns selbst, mit der Natur, mit unseren Mitmenschen und mit unserer Gesellschaft ins Reine kommen. Helmut Milz erzählt erhellend und einsehbar das komplexe Zusammenspiel von Leib und Seele mit den individuellen und sozialen Lebenswelten. Die Überschriften zu den einzelnen Kapitel vermitteln sinnlich und beinahe plastisch, worum es geht:

BERÜHREN – Die Welt ertasten und empfinden

SCHMECKEN – Was auf der Zunge liegt

RIECHEN – Immer der Nase nach

HÖREN – Was uns zu Ohren kommt

SEHEN – So weit die Augen reichen

DAS MENSCHLICHE HERZ – Der herzliche Mensch

ATMEN – im ständigen Wechsel

DAS NERVENGEFLECHT – Informationen und Botschaften

BAUCH UND BAUCHGEFÜHLE – Was alles zu verdauen ist

DIE KNOCHEN – Dynamischer Halt und lebendiges Gewebe

MUSKELKRAFT UN MUSKELSINN – Bewegung und Gespür

DER INNERE FLUSS DES LEBENS – Was in uns fließt

„Zwischen dem „äußeren“ Wasser in unserer Um- und Mitwelt, in der Atmosphäre und im Milieu, in dem wir leben, sowie dem „inneren“ Wasser unseres Körpers mit seinem Gewebe, Flüssigkeiten und Zellen bestehen lebensnotwendige, fließende Übergänge. Ebenso gibt es strukturelle Ähnlichkeiten zwischen den „äußeren“ Quellen – dem Lauf des Wassers, den Bächen, den ruhigen Seen und Gewässern, den sanften Strömen und großen Flüssen bis hin zu den Meeren – und unseren „inneren“ Zellen, Kapillargefäßen, Lymphbahnen, Gewebsflüssigkeiten, Blutgefäßen und dem verdampfenden Wasser der Atmung.“ Dieses Zitat aus dem abschließenden Wasserkapitel des Buches vermittelt uns sinnlich die Bedeutung von Lebendigem Wasser innen wie außen. Wasser gilt als „Quelle des Lebens“ und Wasser kann als äußeres und inneres Heilmittel eingesetzt werden. „Was nottut, ist eine bewusstere Anerkennung des Eigenwerts und der Eigentätigkeit der Natur sowie die Natürlichkeit des Menschen, einer Leiblichkeit. Leiblichkeit geht über körperliche Wahrnehmungen hinaus und umfasst unser Gespür und Mitempfinden für die allumfassende Präsenz des anderen, somit auch des Wassers“, formuliert Helmut Milz. Der Sensorik-Test als sinnliches Ritual des Spürens und Erkennens und das St. Leonhards-Prinzip als eine Haltung des achtsamen Umgangs mit den eigenen Sinnen und Empfindungen in der Heilkunst spiegelt sich in solchen Sätzen. Helmut Milz sagt: „Das Wasser der Erde geht uns alle an.“

Seine ärztliche Laufbahn begann Helmut Milz in Berlin. Von 1968 bis 1974 studierte er an der Freien Universität Berlin. Seine Facharztweiterbildung erfolgte im Krankenhaus am Urban in Kreuzberg und in den Theodor-Wenzel Kliniken am Wannsee. Helmut Milz war mit Ellis Huber und anderen Kolleginnen und Kollegen gemeinsam ein Akteur der Gesundheitsbewegung, die damals mit den Gesundheitstagen 1980 in Berlin und 1981 in Hamburg eine Neuorientierung des Selbstverständnisses der Ärzteschaft und der Medizin in Gang setzte, die bis heute wirkt.

Eine Reise in die Vereinigten Staaten von 1983–1984 brachte Helmut Milz in Kontakt mit den dortigen Entwicklungen einer ganzheitlichen Medizin, die er danach in seinem ersten Buch zusammenfasste: „Ganzheitliche Medizin. Neue Wege zur Gesundheit. 2. Auflage, Athenäum, Frankfurt am Main 1986, ISBN 3-7610-8421-8“. Eine wissenschaftlich fundierte ganzheitliche Medizin wurden zur Leidenschaft des couragierten Arztes, der sich in Public Health, in Akupunktur und in humanistischen Psycho- und Körpertherapien weiterbildete. Sein zweites Buch „Der wiederentdeckte Körper. Vom schöpferischen Umgang mit sich selbst. Artemis und Winkler, München/Zürich 1992, ISBN 3-7608-1934-6“ und dann „Mit Kopf, Hand, Fuß, Bauch und Herz. Ganzheitliche Medizin und Gesundheit. Piper-Verlag, München 1994, ISBN 3-492-12077-6“ machten Helmut Milz zu einem erfolgreichen Autor der Integrierten und Integrativen Medizin. Der psychosomatische Kliniker und Körpertherapeut lehrte, wie der Arzt die Entfremdung der Menschen von der eigenen Leiblichkeit überwinden kann und wie Krankheiten in der Wechselwirkung von Leib und Selle, Individuum und sozialer Kultur verstanden und behandelt werden können. Von etymologischen Zusammenhängen über entwicklungsgeschichtliche Fakten bis hin zur tieferen Bedeutungsanalyse von Verhalten und Verhältnissen reicht das Spektrum seiner Veröffentlichungen. Nicht die Körperkontrolle durch den Spezialisten und der Patient als Objekt des Arztes führt zu mehr Gesundheit sondern nur eine bewusste Erfahrung des eigenen Körpers und das Subjekt Patient mit seinem Willen zur Selbstheilung und seinen Fähigkeiten zur Selbsthilfe sind entscheidend: „Gesundheit wird von Menschen in ihrer alltäglichen Umwelt geschaffen und gelebt: dort, wo sie spielen, lernen, arbeiten und lieben. Gesundheit entsteht dadurch, dass man sich um sich selbst und für andere sorgt, dass man in die Lage versetzt ist, selber Entscheidungen zu fällen und eine Kontrolle über die eigenen Lebensumstände auszuüben sowie dadurch, dass die Gesellschaft, in der man lebt, Bedingungen herstellt, die all ihren Bürgern Gesundheit ermöglichen“ (Ottawa Charta zur Gesundheitsförderung 1986).

Als Consultant für Health Education and Health Promotion im Europäischen Regionalbüro der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von 1984 bis 1987 war Helmut Milz an der Vorbereitung, Umsetzung und Folgewirkung der neuorientierten WHO Gesundheitspolitik beteiligt. Mit Ilona Kickbusch zusammen formulierte Helmut Milz 1986 die Ottawa Charta, die einem globalen Umdenken in der Medizin und Gesundheitsversorgung den Weg bereitete. Helmut Milz initiierte 1987 das Netzwerk der „Health Promoting Hospitals“ und mit der Ärztekammer Berlin zusammen auch den deutschen Verband der „Gesundheitsfördernden Krankenhäuser“. Körper- und Bewegungstherapie, Psychosomatische Medizin. Gesundheit für Leib, Seele und soziale Verhältnisse und immer wieder Fragen einer zukunftsfähigen Medizin beschäftigen den Arzt und Wissenschaftler bis heute. Nicht aber die große Bühne der globalen Gesundheitspolitik, sondern die hilfreiche Welt einer Arztpraxis im Chiemgau begeisterten den „Arzt für Gesundheitsförderung“ bis zu seinem Ruhestand als Praxisbetreiber in Marquartstein. Entstanden ist nun das aktuelle Buch: „Der eigen-sinnige Mensch“ orientiert auf das Ganze von Körper, Sinnen und sozialer Kultur und vermittelt so, wie der Alltag der praktischen Medizin in die größeren Zusammenhänge der individuellen und sozialen Lebenswelten eingebettet ist. Wagt mehr Arzt im Gesundheitswesen und achtet das ganze Leben der Menschen lautet die Botschaft. Für Ärztinnen und Ärzte ebenso wie für Patienten und Gesundheitspolitiker oder alle Menschen, die im Gesundheitswesen handeln und behandelt werden, ist das aktuelle Werk von Helmut Milz ein unbezahlbarer Schatz, eine Fundgrube für den eigenen Gesundheitsmut und für neue Gesundheitsperspektiven:

Helmut Milz „Der eigen-sinnige Mensch. Körper, Leib & Seele im Wandel“ AT Verlag, Aarau 2019, ISBN 978-3-03800-029-7

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